INKLUSION - gemeinsam leben, gemeinsam lernen

Eine inklusive Schule ist eine Schule, die allen Kindern zugänglich ist und jedes Kind - unabhängig von seiner Herkunft, seinen Stärken und Schwächen aufnimmt und ihre Aufgabe darin sieht, die Kinder optimal und individuell in gemeinsamen Lerngruppen zu fördern.
In einer inklusiven Schule wird die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gestellt und als Pädagogik der Vielfalt, nach dem Motto „Verschiedenheit ist normal“ oder wie es Richard VON WEIZSÄCKER formuliert „Es ist normal, verschieden zu sein“, wahrgenommen.

In der Hans Alfred Keller- Schule sind ALLE Kinder willkommen. Das Lehrerteam unserer Schule verfolgt das Ziel, Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit individuell zu unterstützen und zu fördern, um so die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse der Kinder zu vertiefen und zu erweitern.
Nur auf diese Weise kann Selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt und eine Basis für erfolgreiches Lernen mit dem Ziel einer erfüllten Lebensperspektive geschaffen werden. Individuelle lern- und lebensbegleitende Förderung, die eine am Einzelfall orientierte Kind-Umfeld-Analyse beinhaltet, begreift das Kind als eigenaktives Individuum und geht von seinem Können und seinen Stärken aus (Ressourcenorientierung).

An der Verschiedenartigkeit der Kinder, wie sie in besonderem Maße an unserer Schule zu finden ist, orientiert sich unsere pädagogische Arbeit.

Seit dem Schuljahr 2009/2010 ist ein Inklusionskonzept erarbeitet worden und ist ein fester Bestandteil des Schulprogramms.

Der Inklusionsgedanke geht von einer Gleichwertigkeit ALLER Menschen aus, unabhängig von der Rasse, der Hautfarbe, dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der nationalen, ethischen oder sozialen Herkunft oder einer möglichen Behinderung (vgl. Rechte des Kindes, Artikel 2, 1989).

Inklusion in Erziehung und Bildung bedeutet:
  • die gleiche Wertschätzung aller Schülerinnen und Schüler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • die Steigerung der Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler an (und den Abbau ihres Ausschlusses von) Kultur, Unterrichtsgegenständen und Gemeinschaft ihrer Schule,
  • die Weiterentwicklung der Kulturen, Strukturen und Praktiken in Schulen, so dass sie besser auf die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler ihres Umfeldes eingehen,
  • den Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler, nicht nur solcher mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen wird,
  • die Anregung durch Projekte, die Barrieren für Zugang und Teilhabe bestimmter Schülerinnen und Schüler überwinden und mit denen Veränderungen zum Wohl vieler Kinder bewirkt werden konnten,
  • die Sichtweise, dass Unterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern Chancen für das gemeinsame Lernen sind und nicht Probleme, die es zu überwinden gelten,
  • die Anerkennung, dass alle Schülerinnen und Schüler ein Recht auf wohnortnahe Bildung und Erziehung haben,
  • die Verbesserung von Schulen nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für alle anderen Beteiligten,
  • die Betonung der Bedeutung von Schulen dafür, Gemeinschaften aufzubauen, Werte zu entwickeln und Leistungen zu steigern,
  • den Auf- und Ausbau nachhaltiger Beziehungen zwischen Schulen und Gemeinden,
  • den Anspruch, dass Inklusion in Erziehung und Bildung ein Aspekt von Inklusion in der
Gesellschaft ist (Index für Inklusion; 2003; S.10).

Damit sich die Schule zu einer qualitativ hochwertigen Schule für alle Kinder verändern kann, bedarf es einer dreidimensionalen Schulentwicklung, wie sie im „Index für Inklusion“ vorgeschlagen wird.

Inklusive Kulturen schaffen bedeutet, eine sichere, akzeptierende, anregende und kooperative Gemeinschaft aufzubauen, in der alle Beteiligten (Schülerinnen/Schüler, Lehrerinnen, Eltern) geschätzt werden. Weiterhin heißt inklusive Kulturen schaffen, den vorherrschenden Aussonderungsblick aufzuheben und jedem Kind die Chance zu geben, mit anderen Kindern gemeinsam lernen zu dürfen.
Inklusive Strukturen etablieren zielt darauf ab, dass Inklusion das Leitbild aller Strukturen der Schule durchdringt, indem sie eine „Schule für alle“ anstrebt.
Inklusive Praktiken berücksichtigen Kulturen und Strukturen in ihrem inklusiven Bemühen, so dass Lernen und Unterricht ressourcenorientiert stattfinden können.


Wir auf dem Weg zur inklusiven Schule
Wesentliche Aspekte der inklusiven Schulpädagogik wurden gemeinsam mit Moderatoren der Montagsstiftung erarbeitet und initiiert.

Inklusion bedeutet für uns:
  • Vielfalt ist normal! Jedes Kind ist besonders, außergewöhnlich, individuell. Heterogenität ist in den Klassen selbstverständlich (Heterogenität als Normalität).
  • Kinder nicht „gleichzuschalten“ und zu „normalisieren“. Nicht die Kinder werden „passend“ für die Schule gemacht, sondern die Schule passt sich den Kindern an.
  • das Wahrnehmen, Akzeptieren und Wertschätzen eines Jeden.
  • einen Raum zu schaffen, indem Schule zur Lern- und Lebenswelt wird. Das Kind erlebt sich selbst als wichtigen Teil einer Gemeinschaft und kann somit genauso zum Multiplikator für eine Gesellschaft werden, die es wertschätzt, in Vielfalt gemeinsam zu leben.
  • jedes Kind individuell zu fördern. Die Förderung beschränkt sich nicht nur auf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern lenkt den Blick auch auf Hochbegabte, sowie auf Kinder mit unterschiedlichen familiären, sozialen und kulturellen Hintergründen.
  • alle Ressourcen für alle Kinder zu nutzen.
  • multiprofessionelle Teamarbeit ist selbstverständlich und notwendig.
  • alle Barrieren in Bildung und Erziehung für alle Schülerinnen und Schüler auf ein Minimum zu reduzieren.
In unserer inklusiven Schule finden sich ALLE Kinder, also auch die mit sonderpädagogischem Förderbedarf, wieder. Zurzeit besuchen Kinder mit den Förderschwerpunkten Sprache, Lernen, Geistige Entwicklung und Sehen unsere Schule. Kinder mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung können bisher nur bedingt an unserer Schule aufgenommen werden. Ein Aufzug ist Teil der neuen Baumaßnahme.

Inklusiver Unterricht wird zielgleich oder zieldifferent durchgeführt. Zielgleicher Unterricht (Förderschwerpunkt: Sprache, sozial- emotionale Entwicklung, Sehen, körperliche und motorische Entwicklung) bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler nach den allgemeinen Richtlinien und Lehrplänen der Grundschule unterrichtet werden. Zieldifferent geförderte Kinder (Förderschwerpunkte: Lernen oder Geistige Entwicklung) erhalten individuelle Fördermaterialien, die ihnen das Lernen in individuell angepassten Schritten bei angepasstem Lerntempo mit regelmäßiger individueller Unterstützung durch die Sonderpädagogin ermöglicht. Grundlage für einen zieldifferenten Unterricht sind die Richtlinien und Lehrpläne der entsprechenden Förderschule.